Masernimpfung vor Reiseantritt

Masern erkennt man an dem roten und fleckigen Hautausschlag, der sich über den ganzen Körper ausbreitet. Neben Fieber und einer Schwächung des Immunsystems können ernsthafte Komplikationen auftreten, wie Bronchitis oder Lungenentzündung, die sogar lebensbedrohend verlaufen können. Eine der schwerwiegendsten Folgekrankheiten, an der 1 Mensch von 1000 erkrankt, ist die Hirnhautentzündung, die in bis zu 20% der Fälle tödlich verläuft, und bis zu 30% der daran Erkrankten geistige Behinderungen davontragen können.

Die Empfehlung der STIKO
1973 wurde die Masernimpfung eingeführt, um das Virus einzudämmen. Sie wird zur Sicherheit meist mit der Mumps- und Röteln-, seit 2006 manchmal auch noch zusätzlich mit der Windpocken-Impfung kombiniert verabreicht.
Die Ständige Impfkommission (STIKO), mit Sitz in Berlin, empfiehlt diese Impfung für alle Kleinkinder ab dem 11. Lebensmonat in 2 Etappen, die zeitnah, spätestens jedoch mit dem 23. Lebensmonat abgeschlossen sein soll. Diese Doppelimpfung wird durchgeführt, damit alle, bei denen die erste Impfung nicht anschlug, mit der zweiten dann den vollen Schutz bekommen. Danach sollten die Geimpften eine lebenslange Immunität entwickeln. Auch wer nach 1970 geboren ist und nur eine oder keine Impfung in der Kindheit bekam, sollte das nachholen oder auffrischen lassen.
Die STIKO gibt diese Impfempfehlung, da es immer noch zu Masernepidemien in Deutschland kommt, weil viele Menschen keinen ausreichenden Impfschutz besitzen und Eltern ihre Kinder nicht impfen lassen.

Souvenir aus dem Urlaub
Da das Virus durch Tröpfcheninfektion, z. B beim Husten oder Niesen leicht übertragen wird, können ungeimpfte Urlauber sich weltweit anstecken und das Virus dann mit nach Hause bringen. Ein Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO ist es, das Virus vom Erdball zu eliminieren. Das wurde durch ein weltweites Impfprogramm angestrebt, welches bis zum Jahre 2010 eine 90% Sterbe-Reduktions-Rate bewirken sollte. Das Ziel wurde nicht erreicht, die Quote der Maserntoten sank zwar, aber nur auf 74%.
Durch die Meldepflicht dieser Krankheit hat man einen Überblick, wo das Virus noch grassiert und wo es fast ausgerottet ist. So weiß man, dass in Pakistan im Januar 2013 bei einer Masernepidemie bereits über 100 Kinder starben, während in den skandinavischen Ländern und den USA das Virus besiegt zu sein scheint.

Besser spät, als nie
Es ist nie zu spät, sich gegen dieses Virus zu schützen. Schon eine Masernimpfung, und nach einiger Zeit die Auffrischungsimpfung, können ein Leben lang vor Schäden schützen.

Japanische Enzephalitis

Schon viel wurde über die „Japanische Enzephalitis“ gemunkelt, aber was ist das überhaupt?

Tobilander-Fotolia

Der im ostasiatischen Raum auftretende Erreger der „Japanischen Enzephalitis“(JE) gehört wohl zu den gefährlichsten überhaupt. Dieser lebensbedrohliche Virus wird hauptsächlich über den Stich von Mosquitos übertragen und kann eine Entzündung des Gehirns zur Folge haben.

Als Zoonose, d.h. eine Infektionskrankheit, die von Tier zu Mensch und umgekehrt übertragbar ist, „wächst“ der Japanische Enzephalitis Virus vor allen Dingen in Schweinen und wildlebenden Vögeln heran. Selten auch in Pferden, Reptilien und Fledermäusen. Eine erhöhte Infektionsgefahr allerdings besteht nur in den Gebieten, in denen ausgiebig Schweinezuchtbetrieben wird, sowie in den tropischen und subtropischen Gebieten während der Regenzeit. Auf Asien bezogen, kann es in folgenden Ländern zu Erkrankungen kommen:

China, Korea, Indien, Bangladesch, Nepal, Sri Lanka,

Myanmar, Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam, Malaysia, Indonesien, Philippinen

Doch wie kann ich mich schützen?

Touristen sind von Vorneherein weniger gefährdet sich mit dem JE Erreger anzustecken, als Menschen mit Langzeitaufenthalt. Bei einem kurzen, vorübergehenden Besuch hilft es schon, bedeckende Kleidung zu tragen und abends zu versuchen Mückenstiche zu vermeiden.

Falls Sie jedoch einen längeren Aufenthalt geplant haben, empfiehlt die WHO und auch Tropeninstitute eine vorsorgende Impfung. Der Impfstoff besteht aus inaktivierten (abgetöteten) Japanische Enzephalitis Viren und wird auf Zellkulturen gezüchtet. In Deutschland trägt das Produkt den Namen IXIARO und wird meistens in den Oberarmmuskel injiziert.

Dabei wird die Schutzimpfung in zwei Impfdosen innerhalb von 28 Tagen vorgenommen. Um geimpft zu werden, sollten Sie aber an keiner akuten Fiebererkrankung leiden und nicht schwanger sein.

Dieser prophylaktische Schutz zeigt im Allgemeinen große Wirkung. Der Japanischen Enzephalitis kann in den meisten Fällen vorgebeugt werden.

Achtung! Der Impfprozess sollte jedoch eine 1 Woche vor Aufenthalt im gewünschten Land abgeschlossen sein! Und der Wirkstoff wird erst ab dem 18.Lebensjahr bereitgestellt.

Was gehört in eine Reiseapotheke?

Wer auf Reisen geht, der sollte sich nicht nur dem Reiseziel entsprechend impfen lassen, sondern auch die wichtigsten Medikamente mit im Gepäck haben. Denn eine Erkältung, Übelkeit oder Halsschmerzen – all das kann einem in jedem Land auf dieser Erde treffen. Damit Sie sinnvoll vorsorgen könne, haben wir Ihnen als PDF eine Checkliste zusammengestellt, welche Medikamente in die Reiseapotheke gehören. Wenn Sie mit den angegebenen Wirkstoffen Ihre Reiseapotheke auffüllen, sollten Sie für die „üblichen“ Ernstfälle gut gewappnet sein. Denken Sie im Urlaub und auch auf der Reise dorthin, die Reiseapotheke bei unter 25° Raumtemperatur aufzubewahren, z.B. indem Sie sie im Auto unter dem Autositz verstauen. Reisen Sie per Flugzeug, sollten Sie nötige Medikamente z.B. gegen aufkommende Übelkeit oder Kopfschmerzen ins Handgepäck packen.

Tropenmedizin als wichtiger Zweig der Medizin

Was genau ist Tropenmedizin eigentlich und welchen Raum nimmt sie in unserem alltäglichen medizinischen Geschehen in Deutschland ein? Ganz klar, Deutschlands Bevölkerung ist sehr reiselustig. Viele Flieger transportieren Urlaubshungrige in tropische Länder. Und dort gibt es eine Vielfalt an tropischen Krankheiten, mit denen sich Urlauber infizieren können. Manchmal merkt man sofort, dass etwas gesundheitlich nicht mehr stimmt. Manchmal treten die Krankheitssymptome aber auch erst zu Hause auf. Wer Ungewöhnliches an sich oder am Reisepartner bemerkt, kann sich direkt an ein Tropeninstitut oder aber an eine auf Reisemedizin spezialisierte Arztpraxis oder Klinik wenden. Je schneller, desto besser. Ein Arzt, der erkennt, dass sich Krankheitssymptome eines Patienten vermutlich mit seiner Reise in die Tropen zurückführen lassen, wird ohnehin den Rat eines Tropeninstituts hinzuziehen oder den Patienten an eines verweisen.

Vor dem Hintergrund der Tropenmedizinsind das direkt dem Bundesgesundheitsamt unterstellte Robert-Koch-Institut und auch das Tropeninstitut Hamburg damit beschäftigt, alle Fakten rund um Vorbeugung und Bekämpfung von Krankheiten in und aus tropischen Regionen zu sammeln und zu verbreiten, sowie Impfstoffe mit zu entwickeln und zur Verfügung zu stellen. Die Positionspapiere der Weltgesundheitsorganisation sind bezüglich Tropenmedizin sicherlich auch hochinformativ, speziell bezüglich von Infektionskrankheiten betroffener Zonen, dem Grad der Betroffenheit und der Wirksamkeit verfügbarer Impfstoffe oder anderer Medikamente. Ursprünglich bezog sich die Tropenmedizin ausschließlich auf die eben beschriebenen Punkte bezüglich Infektionskrankheiten und ihrer Bekämpfung beispielsweise durch Reiseimpfungen. Durch die weltweiten, auch zunehmend beruflichen Reiseunternehmungen in die Tropen und aus den Tropen, die Migrationsbewegungen, die Klimaveränderungen und den Warentransport rund um den Globus hat sich aber die Notwendigkeit ergeben, das Gebiet der Tropenmedizin großzügig auszuweiten. Mittlerweile umfasst die Tropenmedizin also auch Krankheiten, die aus den Tropen in nichttropische Gebiete eingeschleppt werden. Egal ob sie auf einem bereits bekannten Infektionsweg übertragen werden oder aber völlig anders entstehen. Eng verknüpft ist die Tropenmedizin mit den medizinischen Fachgebieten der Parasitologie und Bakteriologie, aber auch der Mikrobiologie. Besonders dem Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg geht es in der Tropenmedizin um die Entwicklung genauer Diagnosemethoden für Tropenkrankheiten.

 

Tropeninstitute – Forschung und Diagnostik

Wer sich auf seinen Urlaub in den Tropen vorbereiten will oder aber generell Fragen zum Thema Infektionskrankheiten oder zu ominösen Krankheitssymptomen hat, kann sich an ein Tropeninstitut wenden oder wird vom behandelnden Arzt dorthin verwiesen. Deutschland hat nicht nur ein einziges Tropeninstitut, sondern – häufig integriert in Kliniken –doch so einige in den größeren Städten. Besonders bekannt ist natürlich das Bernhard-Nocht-Institut in Hamburg.
Da in unserer heutigen Zeit durch Massentourismus in die Tropen ein großer Bedarf an Aufklärung bezüglich tropischer Krankheitserreger, Vorsorgemaßnahmen, Krankheitsdiagnostik und Krankheitsbekämpfung entstanden ist, hat jedes Tropeninstitut alle Hände voll zu tun. Dieses medizinische Gebiet bezeichnet man auch als Reisemedizin. Durch die globalen, beruflichen, geschäftsbedingten und transportbedingten Reisetätigkeiten sowie die globale Erwärmung gelangen allerdings so viele Krankheitserreger aus den Tropen in andere Gebiete, dass der Begriff Reisemedizin längst ein weit ausgedehnter Begriff ist. Er umfasst auch Studien, Forschungen und Entwicklungen hinsichtlich Mikrobiologie, Parasiten und Bakterien.

Vor diesem gewaltigen Hintergrund umfasst das große Dienstleistungsangebot am Tropeninstitut nicht allein die medizinische Versorgung der akut Tropenerkrankten, sondern auch die Fortbildung medizinischer Fachkräfte. Die Last muss auf möglichst viele Schultern verteilt werden. Die Informationen dieser Spezialinstitute gehören in möglichst viele Arztpraxen und Kliniken des Landes. Es sind Informationen über neue und existierende Impfstoffe, vorbeugende medizinische Maßnahmen, neue Diagnoseverfahren zur Erkennung tropischer Krankheiten, Erreger tropischer Krankheiten, Symptom-Früherkennung, lindernde Maßnahmen und wirksame Medikamente und natürlich vieles, vieles mehr.
Ein Tropeninstitut bietet Ihnen auch Tropentauglichkeits- und Tropenrückkehr-Untersuchungen. Egal ob für Privatpersonen oder aber vom Unternehmen für das im Ausland arbeitende Personal gebucht. Ein Tropeninstitut ist auch dadurch gekennzeichnet, dass die Zentrale rund um die Uhr für Notfälle telefonisch erreichbar ist. Am besten also – für den Fall der Fälle – vor der Reise in die Tropen diese Nummer schon mal im Handy speichern oder auf einen Zettel schreiben und ins Portemonnaie tun. Empfehlungen zur Minimalversion einer Reiseapotheke erhält man bei einer auf Tropenkrankheiten spezialisierten Klinik ebenfalls. Und natürlich ist ein Tropeninstitut autorisiert zur Gelbfieberimpfung und man sich kann zu den angegebenen Sprechzeiten zuverlässig und persönlich hinsichtlich Malariaprophylaxe beraten lassen.

Die Schutzimpfung – Ein Pieks voller Geschichte

Von Schutzimpfungen liest man eventuell beim Arzt oder hört davon, wenn Mütter sich über den Babyimpfplan unterhalten oder aber Bekannte oder Kollegen von anstehenden Reiseimpfungen und Tropenmedizin sprechen. Ansonsten steht dieses Thema eigentlich nicht im Vordergrund alltäglicher Gespräche. Wir werden uns extra auf die Suche machen müssen, um zu erfahren was es mit Schutzimpfungen auf sich hat. Die Geschichte der Schutzimpfungen ist einerseits sehr interessant. Allerdings wird einem auch die extreme Not des 18. Und 19. Jahrhunderts vor Augen geführt. Massenweise starben Menschen an Epidemien. Es gab zwar schon lange vorher in China und in der Türkei das Wissen, dass man von leicht an Pocken erkrankten Personen Körpersubstanzen nehmen konnte, um damit gesunde Menschen zu impfen und so immun gegen Pocken zu machen. Auch in Europa war bekannt, dass wer die für Menschen ungefährlichen Kuhpocken einmal überstanden hatte, vor Pocken gefeit war. Aber niemand kannte die genauen biochemischen Prozesse dahinter. Was bei solchen Schutzimpfungen eigentlich tatsächlich im Körper passierte und wie genau die Erkrankung überhaupt selbst vor sich ging, das wusste man damals noch nicht. So experimentierten zwar schon Jesty, Rendall und Plett in diesem Bereich, aber erst der Brite Edward Jenner führte Ende des 18. Jahrhunderts die Methode der aktiven Immunisierung ein und Louis Pasteur erklärte ca. 60 Jahre später der Welt, dass Krankheiten durch Keime entstehen. Wieder vergingen etwas über 10 Jahre und da wies Robert Koch tatsächlich die Krankheitserreger für Milzbrand und Tuberkulose nach. In den folgenden ca. 15 Jahren wurden die Impfstoffe für die Schutzimpfungen gegen Milzbrand, Tollwut, Diphterie* und Wundstarrkrampf* (*passive Immunisierung) erfunden und ausprobiert. So konnten Ende des 19. Jahrhunderts die Bevölkerungen ganzer Länder Schutzimpfungen unterzogen werden. Das Massensterben hatte ein Ende. Es war eine medizinisch revolutionäre Zeit und selbstverständlich lief & läuft bei und nach Impfungen nicht immer alles wie gedacht. Am Extremsten war dies 1930, als 77 Kinder in Lübeck an verschmutztem Impfstoff starben. Heutzutage hingegen erweist sich ab und zu ein Impfstoff als nicht oder nicht mehr ausreichend immunisierend. Sollten Gesundheitsschäden auch nur möglicherweise die Folge einer von der Landesgesundheitsbehörde festgesetzten Schutzimpfung sein, hat man heute Anspruch auf Geld vom Versorgungsamt.

Medizinische Betreuung – Reisemedizin

Die Reisemedizin ist heutzutage ein umfassendes und nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenkender Teil der medizinischen Versorgung unseres Landes. Nicht nur dass die Vorbeugemaßnahmen, diagnostischen Verfahren und Therapien täglich vielen Menschen weiterhelfen, sondern in diesen Bereichen wird viel Forschung und Entwicklung betrieben. Neue Impfstoffe und auch neue Verabreichungsformen (beispielsweise Nasenspray für Influenzaviren) werden entwickelt und erprobt. Viel Grundlagenforschung bezüglich Krankheitserreger ist ebenfalls im Gebiet der Reisemedizin inbegriffen. Hier ist die Ausbreitung und sind die Übertragungswege der Krankheiten ebenso mit gemeint, wie mikrobiologische Erkenntnisse aller Art. Alles, was dazu beiträgt, Krankheiten rechtzeitig zu erkennen und im sprichwörtlichen Keim ersticken zu können.

Sicherlich haben die experimentierfreudigen Erfinder der aktiven und passiven Schutzimpfungen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts hier die Grundlagen der Reisemedizin gelegt. Und selbstverständlich dürfen auch die Theoretiker und Entdecker im Bereich der Bakteriologie an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Haben sie doch alle für flächendeckende Impfungen gesorgt, so dass wir keinen tödlich verlaufenden Kinderkrankheiten und oder damals üblichen heimischen Seuchen zum Opfer gefallen sind. Nein, viele der damals weitverbreiteten und Schrecken verursachenden tödlichen und ansteckenden Krankheiten wie Pocken, Pest oder Cholera sind uns gar nicht erst begegnet.

Heutzutage dreht sich das Thema Schutzimpfungen sicherlich schwerpunktmäßig um Impfseren für eingeschleppte Krankheiten. Und die Reisemedizin legt einen großen Schwerpunkt auf die Tropenmedizin  und hier auf Infektionskrankheiten wie auch auf nicht durch Übertragung entstehende Krankheiten. Mit dem globalen Tourismus sowie der Klimaerwärmung gelangen Krankheitserreger aus tropischen Gebieten in viele Regionen der Welt und können dort auch überleben. Ob Menschen, Tiere, Pflanzen, Meeresströmungen, Luftbewegungen oder technische Transportmittel das Vehikel für Krankheitserreger sind, es gilt in der Reisemedizin, sie überhaupt zu entdecken, ihre Eigenschaften zu kennen und bekannt zu machen und einen Schutz gegen sie zu entwickeln.

Informationen zu allen oben genannten Themen erhält man beim Robert-Koch-Institut in Berlin, bei der Weltgesundheitsorganisation WHO, bei der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit, in Tropeninstituten und in einer hinsichtlich Reisemedizin fortgebildeten Arztpraxis vor Ort. Diese Organisationen stellen auch online viele Informationen zur Verfügung.

Reiseimpfungen rechtzeitig einplanen

Wozu sind Reiseimpfungen eigentlich gut? Wann benötige ich sie und was genau ist rund um dieses Thema eigentlich wichtig?

Reiseimpfungen, so sagt schon der Name, stehen an, sobald man in ein Land reisen möchte oder, das als Verbreitungsgebiet bestimmter Infektionskrankheiten bekannt ist.

Grundlegend gilt es sich also schon mal im Internet zu informieren, ob für das selbst anvisierte Reiseland Informationen oder Warnungen vorliegen. Natürlich hält auch die Krankenkasse hierzu Informationen bereit. Ein Stichwort, das man in eine Suchmaschine eingeben kann, ist sicherlich „Reisemedizin“. Manche Arztpraxen geben sehr ausführliche und ständig aktualisierte Informationen zu empfohlenen Reiseimpfungen inklusive der Wirksamkeit, Nebenwirkungen und Risikofaktoren ihrer Impfstoffe heraus. Dieses Wissen basiert auf den Positionspapieren der Weltgesundheitsorganisation WHO zu den jeweiligen Infektionskrankheiten, ihrer Verbreitung und der Nicht-/Zulassung von Impfstoffen zur Grundimmunisierung oder Auffrischung. Hier wird auch unterschieden bei Empfehlungen für konventionell Reisende und beruflich mit Hygienemängeln vor Ort permanent konfrontierte Personen, deren Gefährdungspotenzial meist weit höher eingeschätzt wird. Unter vor Auslandsreisen empfohlenen Schutzimpfungen ist vielleicht die Gelbfieberimpfung die bekannteste.

Zuverlässige Informationen zu Schutzimpfungen aller Art sowie zu Reiseimpfungen erhält man beispielsweise vom Robert-Koch-Institut (RKI), einem Bundesinstitut auch für Infektionskrankheiten. Diese Forschungseinrichtung ist dem Bundesministerium für Gesundheit direkt unterstellt. Hier fließen auch zentral alle Daten zu Infektionskrankheiten in Deutschland zusammen. Auch das Tropeninstitut Hamburg mit seinem Internetauftritt ist eine zuverlässige Informationsquelle.

Von der rechtlichen Grundlage her sind in Deutschland die Empfehlungen der sogenannten Ständigen Impfkommission maßgebend. Die von ihr „öffentlich empfohlenen Impfungen“ werden durch die Landes-Gesundheitsbehörden schlussendlich festgesetzt.

Ganz besonders wichtig ist es, rechtzeitig zum Arzt zu gehen, um sich Reiseimpfungen verabreichen zu lassen. Sie werden allerdings höchstens teilweise von den Krankenkassen übernommen. Am besten vorher bei der eigenen Krankenkasse erkundigen. Die dazugehörige medizinische Beratung ebenfalls. Dennoch ist gerade die konkrete ärztliche Beratung hier wichtig, um einen tatsächlichen Impfschutz zu gewährleisten. Reiseimpfungen können sich über mehrere Termine und mehrere Wochen hinziehen. Das liegt daran, dass manche Impfstoffe in mehreren Dosen verabreicht werden müssen. Aber es liegt auch darin begründet, dass sich nicht alle Impfstoffe miteinander vertragen und daher zugunsten Ihrer Gesundheit wochenlange Wartezeiten zwischen den Impfterminen liegen müssen.

Malariaprophylaxe – Voller Tropengenuss trotz Mücken

In der Reisemedizin ist die Malariaprophylaxe ein großes Thema. Besonders in Afrika, aber auch in anderen tropischen Regionen der Erde übrtragen Mücken per Mückenstich Malaria. Viele Deutsche betreiben keinerlei Malariaprophylaxe bei der Reise in von Malariainfektionen betroffene Länder. Allein die möglichst spontane Urlaubsvorfreude zählt. Es wird schon nichts passieren. Aber leidern nein: Allein in Deutschland werden jährlich bis zu 1000 Fälle von Malaria gemeldet, die Übertragung selbst hat in einem tropischen Land stattgefunden. Und die Dunkelziffer der Malariaerkrankungen wird wesentlich höher geschätzt wird. Weltweit sterben täglich sogar bis zu 8000 Menschen den Folgen einer Malariainfektion.

Zuverlässige Informationen rund um das Thema Malariaprophylaxe bietet das Tropeninstitut Hamburg. Ebenfalls weiterhelfen können das Robert-Koch-Institut als zentrale Anlaufstelle für Infektionskrankheiten sowie das Auswärtige Amt. Eine Arztpraxis, deren Fachkräfte in Reisemedizin und Tropenmedizin weitergebildet sind, beantwortet Ihnen ebenfalls Fragen zur Malariaprophylaxe. Generell gilt: Es geht zu allererst in den Tropen darum, Mückenstiche zu vermeiden. Sie bilden den Übertragungsweg zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang. Besonders an warmen, stickigen Orten, gerne in Feuchtgebieten. Abgesehen von Medikamenten zur Malariaprophylaxe, zu deren Verträglichkeit und Nebenwirkung ein genaues Durchlesen der Beipackzettel und eine persönliche ärztliche Beratung notwendig sind, sind engmaschige Moskitonetze und ein Repellent (Mücken abwehrende Hautlotion oder Sprays) absolut unerlässlich. Hier gilt es, sich auf dem Markt, beim Arzt, bei Bekannten, bei Stiftung Warentest zu erkunden, in welcher Konzentration welches Mittel wohl am verträglichsten für einen selbst ist.

Desweiteren sollte man von Klimaanlagen gekühlte Räume bevorzugen, denn je kühler, desto “stechfauler” die Mücken. Regelmäßig duschen, denn Ausdünstungen ziehen Mücken an. Dennoch helle, lange Hosenbeine und Ärmel (Leinen, Baumwolle) sowie Socken. Kleidung und Moskitonetz sollten gleichermaßen mit Insektenabwehrmitteln imprägniert werden. So sieht Malariaprophylaxe praktisch aus. Bleiben Sie am Besten in der Nachtzeit in klimageregelten Räumen, unter dem imprägnierten Moskitonetz. Selbst Fenster und Türen sollten mit imprägnierten Moskitonetzen abgedichtet werden. Mit Kindern  und während einer Schwangerschaft sollten Sie nur in Malariainfektionsgebiete reisen, wenn es tatsächlich unbedingt notwendig ist, da hier die Gesundheitsrisiken einfach zu hoch sind.

Impfungen – Der unsichtbare Gesundheitsschutz

Heutzutage kennen wir Impfungen eigentlich nur daher, dass Babys und Kinder vorsorglich gegen alle möglichen Krankheiten immunisiert werden, die uns aber gar nicht mehr geläufig sind. Und wir kennen, dass uns die Auffrischung entweder beim Arzt oder beim Gesundheitsamt empfohlen wird. Ansonsten sind besonders bei den reiselustigen Deutschen natürlich die Reiseimpfungen bekannt, darunter auch die Gelbfieberimpfung.

Insgesamt bedeutet dies, dass die vor 100 Jahren heftigst grassierenden und durch Viren, Bakterien und andere Krankheitserreger ausgelösten Infektionskrankheiten, wie beispielsweise Mumps, Masern und Röteln, dank weltweiter Impfungen nicht mehr massenweise Leben fordern. Es sind Infektionskrankheiten, die sich beispielsweise durch Tröpfchenübertragung beim Niesen usw. übertragen und denen durch Schutzimpfungen zuvorgekommen werden kann. In Deutschland besteht zwar keine Pflicht, sich oder die eigenen Kinder impfen zu lassen. Allerdings erlaubt der Paragraph 20 des Impfschutzgesetzes, dass im Gefahrenfall Impfungen staatlicherseits angeordnet und durchgeführt werden dürfen. Flächendeckend stehen die grundlegenden Impfstoffe zur Verfügung und werden in den Arztpraxen und Kliniken empfohlen. Für grundlegende Schutzimpfungen zahlt in jedem Fall die Krankenkasse, Stichwort gesetzlich geregelte medizinische Grundversorgung. Bei Reiseimpfungen ist das anders. Hier erkundigt man sich am besten vorher, für welche Schutzimpfungen die eigene Krankenkasse einen Kostenanteil. Auch die ärztliche Beratung zu Reiseimpfungen ist zusätzlich kostenpflichtig.

Generell wird Impfserum meistens in den Oberarmmuskel injiziert. Der berühmte Pieks in den Hintern gilt bei Impfungen als veraltet, weil meistens unwirksam oder Nebenwirkungen nach sich ziehend. Bekannt ist auch die Schluckimpfung, bei der das Serum auf ein Stück Zucker geträufelt und verabreicht wird. Aktive Impfungen überwiegen bei weitem, d. h. Lebend- oder Totimpfstoff wird in solcher Dosis und Form injiziert, dass der menschliche Organismus zwar keine Krankheit entwickeln kann, jedoch aktiviert wird, Antikörper gegen diese Krankheit zu entwickeln. Bei Impfungen hat es sich gezeigt, dass 14 Tage danach der Antikörperspiegel im Blut besonders hoch ist und in einigen Fällen die sogenannte Serumkrankheit auftreten kann. Ihre Symptome vergehen aber innerhalb weniger Tage wieder, natürlich ist Ruhe einzuhalten.

Empfehlungen zu Impfungen für die Allgemeinheit wie auch für Personen, die beruflich oder auf Reisen Gefahren ausgesetzt sind, gibt die Ständige Impfkommission in Deutschland heraus. Hier sind die Informationen stets auf dem neuesten Stand.